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Hocheffizienzpumpe Testbericht

 

Vor mehr als 10 Jahren startete die H.Schalm GmbH einen Vergleichstest. Sie wollten wissen, ob Hocheffizienzpumpen wirklich so viel einsparen können, wie die Pumpenhersteller behaupten.

Es ist eher ungewöhnlich, dass ein SHK-Unternehmen das Produkt eines Herstellers in Eigenregie einem Praxistest unterzieht.

Auslöser für diesen Vergleichstest war die Markteinführung der „Stratos ECO“ vom Dortmunder Pumpenspezialist Wilo, eine Hocheffizienzpumpe speziell entwickelt für kleinere Heizkreisläufe. Der Geschäftsführer der Schalm GmbH, Norbert Schalm, besuchte damals eine Produktpräsentation, auf der auch die genannte Hocheffizienzpumpe Thema war. Laut eigenen Angaben war er begeistert von ihr, allerdings war er etwas skeptisch dem angepriesenem Energieverbrauch gegenüber.

Laut Herstellerangaben können mit den „Stratos ECO“-Pumpen im Vergleich zu ungeregelten Pumpen Stromeinsparungen von bis zu 80 % erzielt werden. Gleichwohl machte sich die Geschäftsleitung dafür stark, dass von nun an nur noch Hocheffizienzpumpen eingebaut werden. Allerdings waren einige Monteure nicht so überzeugt von den neuen Pumpen, sie wollten lieber die altbewährten und ungeregelten Modelle einbauen. In dieser Phase entstand die Idee für den Praxistest. Ziel des Tests war nicht nur die Erbringung des Beweises für die angeblich immense Energieeinsparung, sondern auch das Überzeugen der Mitarbeiter von der Hocheffizienzpumpe. Denn laut Schalm kann ein Mitarbeiter ein Produkt nur dann erfolgreich verkaufen und einbauen, wenn er voll hinter dem Produkt stehe.

 

Damit waren die Rahmenbedingungen für den Test definiert: Er sollte einerseits eine besondere Form der Mitarbeitermotivation sein und andererseits das tatsächliche Stromsparpotenzial der Hocheffizienzpumpen aufzeigen. Der Versuchsaufbau: Um das Stromsparpotenzial von Hocheffizienzpumpen zu ermitteln, trat eine „Wilo-Stratos ECO 25/1-5“ gegen eine ungeregelte „Wilo-RS 25/70“-Pumpe an. Um aussagekräftige Daten zu erhalten, wurde über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren der Stromverbrauch der beiden Pumpen aufgezeichnet, zudem wurde jeder Heizkreis mit einem Wärmemengenzähler ausgestattet.

Ideale Bedingungen bot die Heizungsanlage im Verwaltungstrakt des Firmengebäudes der H. Schalm GmbH. Zwei Heizkreise versorgen dort jeweils 100 m² Fläche einer Fußbodenheizung, mit denen die Büros im Erdgeschoss und im ersten Geschoss beheizt werden. Im Heizkreis für das Erdgeschoss wurde die bereits vorhandene ungeregelte Pumpe vom Typ „Wilo-RS 25/70“ mit einer Leistungsaufnahme von 131 W belassen. Der Heizkreis für das Obergeschoss hingegen wurde mit einer neuen „Wilo-Stratos ECO 25/1-5“ ausgestattet. Beide Pumpen wurden an separate Stromverbrauchszähler angeschlossen. Zusätzlich wurde in jeden Heizkreis ein Wärmemengenzähler installiert. Obwohl die „Stratos ECO 25/1-5“ laut Austauschspiegel das geeignete Modell ist, fällt schon auf den ersten Blick ihre geringere Leistungsaufnahme von nur 59 W auf. Denn bei den Hocheffizienzpumpen handelt es sich um Hocheffizienzpumpe Halmelektronisch geregelte Nassläuferpumpen mit wartungsfreien Frequenzumrichtern und Dauermagnet-Rotoren. Sie basieren auf sogenannten elektronisch kommutieten Motoren (ECM) und bieten eine Verdoppelung des Wirkungsgrades im Vergleich zu elektronisch geregelten Pumpen mit herkömmlichen Antrieben. Durch die automatische Anpassung der Pumpenleistung an die wechselnden Betriebszustände der Heizungsanlage reduzieren sich die Stromkosten im Vergleich zu ungeregelten Standardpumpen. Gerade im Teillastbereich, der bis zu 98 % der Betriebszeit einer Heizungspumpe ausmacht, kann eine deutliche Stromverbrauchssenkung im Vergleich zu einer ungeregelten Pumpe erzielt werden. Am 19. November 2005 war der „Versuchsaufbau“ abgeschlossen und der Vergleichstest konnte beginnen. Er war von Anfang an als Langzeitversuch angelegt, um möglichst verlässliche Zahlen zu erhalten. Der Test wurde von Andreas Steinborn, Qualitätsmanager und Leiter der Finanzbuchhaltung, betreut. Im Juli 2008 erkannte er, dass das Ergebnis sogar noch über den Herstellerangaben lag. Laut eigenen Angaben verbraucht die ungeregelte Pumpe 1131,5 kWh Strom innerhalb zweieinhalb Jahre, die Stratos ECO jedoch nur 68,5kWh. Somit lag der Stromverbrauch der Hocheffizienzpumpe um 94 % unter dem der ungeregelten Standardpumpe. In Mönchengladbach betrug der Bruttopreis für eine Kilowattstunde Strom zum Zeitpunkt der Auswertung 19,87 Cent. Demnach hat die Hocheffizienzpumpe über den gesamten Testzeitraum von 32 Monaten Stromkosten in Höhe von 13,61 Euro verursacht. Gleichzeitig entstanden 224,83 Euro Stromkosten durch die ungeregelte Pumpe. Die Differenz von 211,22€ spricht für sich, und den Preisunterschied der beiden Pumpen von 160€ hat sich schon längst amortisiert, mittlerweile bringt die Stratos ECO aus wirtschaftlicher Sicht Geld ein. Ein wichtiger Erfolg konnte bereits vor der abschließenden Auswertung des Praxistests erzielt werden: Die Monteure waren schon während des Tests von der neuen Technik überzeugt, da ihnen durch die immer größer werdende Differenz zwischen den beiden Zählerständen das Stromsparpotenzial der Hocheffizienzpumpe eindrucksvoll vor Augen geführt wurde. Mittlerweile bauen sie überall dort, wo es möglich ist, nur noch Hocheffizienzpumpen ein. Ungeregelte Pumpen werden weder im Austausch noch bei Neuanlagen angeboten.

 

Diese Ergebnisse sind schon viele Jahre alt, was im Endeffekt jedoch nur verdeutlicht, dass man nur Geld verliert, wenn man immer noch eine ungeregelte Pumpe laufen lässt. Der Preisunterschied von damals ist jedoch nicht mehr aktuell, denn es gibt bereits Hocheffizienzpumpen zum Preis von unter hundert Euro. Auch wenn die Stromkosten vielleicht nicht so hoch sind wie im Testzeitraum, sind es dennoch Einsparungen. Spätestens nach vier Jahren sollte sich bei korrekter Einstellung eine Hocheffizienzpumpe bereits amortisiert haben und Geld einsparen. Es ist nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch der Rücksichtnahme der Umwelt gegenüber; warum unnötig Strom verbrauchen, wenn man mit weniger Leistung dieselbe Wärme haben kann. Außerdem ist die Technik mittlerweile weiter, Hocheffizienzpumpen wurden immer weiter entwickelt, der Energieeffizienzwert hat sich in den Jahren immer weiter verbessert, also sind sogar noch höhere Einsparungen möglich. Zusätzlich sind die Hocheffizienzpumpen mit allerlei Zusatzfunktionen ausgestattet, die ein bequemes Bedienen ermöglichen, Fehler erkennen und beheben können, und vor allem leise arbeiten. Der letzte Punkt kann besonders wichtig für die Leute sein, die keinen Keller besitzen und deswegen die Heizanlage praktisch neben dem Wohnraum haben und den Lärm der ungeregelten Standardpumpe hören müssen. Wer jedoch trotz aller Vorteile weiter bei seiner ungeregelten Standardpumpe bleiben möchte, sollte wenigstens diese optimal einstellen und gegebenenfalls eine Nachtabsenkung einführen, um nicht ganz so verschwenderisch mit Energie umzugehen.


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